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Risiken in der bAV für Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF)

Risiken in der bAV für Gesellschafter-Geschäftsführer

 

UnterstützungskasseDie Unterstützungskasse ist die älteste Form der Absicherung von Arbeitnehmern. Eine Unterstützungskasse... weiterlesen als verdeckte Gewinnausschüttung bewertet

Hans B. wurde nach dem Tod seiner Mutter zum Allein-Gesellschafter und zum alleinigen Geschäftsführer des Familienunternehmens. Auf Anraten eines Finanzdienstleisters wurde der sozialversicherungsrechtliche Status von Hans B. mit dem Ergebnis geprüft, dass er künftig keine Beiträge mehr zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichten musste.

Ersatzweise wurden ihm betriebliche Altersvorsorgeverträge über eine Unterstützungskasse eingerichtet, über die er nun seine Altersvorsorge finanzieren wollte.

Einige Jahre später stellte das Finanzamt während einer Betriebsprüfung fest, dass bei der Einrichtung der Unterstützungskassenversorgung Formfehler gemacht wurden, so dass sämtliche während des Prüfungszeitraums geleistete Beiträge als verdeckte Gewinnausschüttung behandelt wurden. In Summe sollten Hans B. und sein Unternehmen 40.000 Euro Steuern nachzahlen.

Hans B. hatte hier auf seine Berater vertraut, von denen bei Bekanntwerden des Schadens keiner die Verantwortung übernehmen wollte und er alleine dastand.

Verlust der Betriebsrente durch Ausscheiden und Verkauf des Unternehmens vor Renteneintritt

Silke S. hatte ihr Unternehmen im Alter von 60 Jahren verkauft und war gleichzeitig als Gesellschafter-Geschäftsführer ausgeschieden. Fünf Jahre später verlangte sie von ihrem ehemaligen Unternehmen die Zahlung ihrer zum 65. Lebensjahr zugesagten Betriebsrente, welche ihr allerdings verwehrt wurde.

Zu Recht: Da ihre PensionszusageDie Pensionszusage (Synonym Direktzusage) ist einer der fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung.... weiterlesen keine Klausel zur Aufrechterhaltung von Ansprüchen bei vorzeitigem Ausscheiden enthielt, hatte Silke S. ihre Altersvorsorge beim Verlassen des eigenen Unternehmens verwirkt.

Bei Gesellschafter-Geschäftsführern, die in ihrem Unternehmen eine beherrschende Rolle ausüben, legt das Finanzamt besonders strenge Maßstäbe an. So kann einem Firmeninhaber als Arbeitgeber und –nehmer in Personalunion schnell unterstellt werden, dass er sich selbst einen Vorteil gewährt, den er dritten Fremden nicht zugestanden hätte. Dieser Umstand kam bei Silke S. erschwerend hinzu:

Aufgrund ihres arbeitsrechtlich beherrschenden Status durfte sie sich nicht auf das Betriebsrentenrecht berufen.

Betriebliche Altersversorgung als verdeckte Gewinnausschüttung klassifiziert

Bereits kurz nach Gründung ihrer Ein-Frau-GmbH machte sich Beate A. Gedanken über die Finanzierung ihrer Altersvorsorge und ließ sich dazu eine Pensionszusage einrichten. Das böse Erwachen kam einige Jahre später in Gestalt einer Betriebsprüfung. Als verdeckte Gewinnausschüttung klassifiziert, wurde Beate A. ihre Betriebsrente steuerlich aberkannt.

Eine Pensionszusage lohnt sich vor allem deshalb, weil das Finanzamt ihre Kosten als Betriebsausgaben anerkennt. Die formellen Bedingungen hierfür unterliegen jedoch permanenten Änderungen. So muss bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern zum Beispiel eine Probezeit beachtet werden, was bei Beate A. nicht der Fall war.

Hinterbliebene standen ohne Hinterbliebenenversorgung da

Gesellschafter-Geschäftsführer Jürgen M. verstarb mit nur 44 Jahren und hinterließ seine Ehefrau und die einjährige Tochter. Selbstverständlich hatte Jürgen M. für diesen Fall Vorsorge getroffen:

Die Pensionszusage beinhaltete eine Monatsrente in Höhe von 1.800 Euro für seine Familie. Von dem Geld sahen seine Hinterbliebenen jedoch nichts. Der Grund: Nur die inzwischen wiederverheiratete Ex-Frau von Jürgen M. stand als Versorgungsberechtigte im Vertrag und hatte damit Anspruch auf die Hinterbliebenenversorgung.

Zum Zeitpunkt seiner Niederschrift spiegelte der Text ihrer Pensionszusage den vermuteten Verlauf Ihres zukünftigen Berufs- und Privatlebens nach bestem Wissen wieder. Inzwischen werden sich jedoch viele persönliche und äußere Rahmenbedingungen geändert haben, auf die in der Gestaltung der Betriebsrente Rücksicht genommen werden muss: Heirat oder Scheidung, Geburt von Kindern, Änderungen von Gesetzen oder Bilanzierungsvorschriften, Entwicklungen an den Kapitalmärkten.

In der Insolvenz ging auch noch die bAV verloren

Nur noch ein Jahr bis zum Ruhestand – doch dann kam die Insolvenz. Aufgrund eines nicht von der Betriebshaftpflichtversicherung übernommenen Schadens rutschte die Firma des 64 Jährigen Gesellschafter-
Geschäftsführer Bernd S. über Nacht in die Zahlungsunfähigkeit.

Der Insolvenzverwalter waltete seines Amtes: Zwar waren die als Grundlage der Betriebsrente dienenden Versicherungen verpfändet worden, jedoch hatte die Gesellschafterversammlung der Verpfändung nicht schriftlich zugestimmt. Aufgrund dieses simplen Formfehlers waren nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Altersvorsorge von Bernd S. unwiederbringlich verloren.

Beinahe Insolvenz des Unternehmens nach Wegfall der Pensionsverpflichtung

Sie hatten sich beide sehr auf den gemeinsamen Lebensabend gefreut, doch dann verunglückten der ehemalige Gesellschafter-Geschäftsführer Gerd H. und seine Ehefrau kurz nach Eintritt in den Ruhestand tödlich. Ihre Kinder, die das Unternehmen übernommen hatten, mussten nicht nur die Trauer bewältigen:

Das Finanzamt verlangte eine Steuerzahlung in Höhe von knapp 500.000 Euro, da die Pensionsverpflichtung aufgrund des Todes der Eltern weggefallen war. Diese ungeplante Belastung brachte das Familienunternehmen an den Rand der Insolvenz. Diese konnte nur durch die Aufnahme eines Kredites abgewendet werden.

Liquiditätsbelastung wegen einer Berufsunfähigkeitsrente trotz vorhandener Versicherung

Bei einem Freizeitunfall passierte es: Der Fremd-Geschäftsführer Manfred H. wurde berufsunfähig, sodass die GmbH aus der erteilten Pensionszusage zur einer Berufsunfähigkeitsrente verpflichtet war. Die eigens hierfür abgeschlossene Rückdeckungsversicherung verweigerte jedoch die Zahlung, da sie ihre Bedingungen für eine Übernahme der Leistung nicht erfüllt sah.

Dem Unternehmen blieb nichts anderes übrig, als die monatliche Rente in Höhe von 5.000 Euro selbst zu erbringen.

Unternehmen wiegen sich häufig in Sicherheit, weil sie zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen Versicherung abgeschlossen haben. Gibt es jedoch zwischen dem Versorgungsvertrag und den Bedingungen der Versicherung Diskrepanzen, bleiben die Unternehmen im ungünstigsten Fall auf den Kosten sitzen.

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